Mitten im dritten…

… Film aus der ARTE-Mediathek erhebe ich mich aus meinem Fernsehsessel, verlasse mein großes Wohnzimmer, durchquere die Durchgangsküche, in der die Arbeitsfläche samt Waschbecken seltsam klein erscheint, vorbei am Rolli, der im Flur vor der Badezimmertür geparkt ist. Im Bad, dessen drei luxuriös anmutende Buchstaben mir in diesem Moment viel zu groß erscheinen, hebe ich den gerade erst geputzten Klodeckel und denke: „Wow. Ein neues Jahr hat begonnen, und alles ist irgendwie fremd, als wäre ich gewachsen“. Frohes, neues Jahr.

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Spatz

Spatz

Ein Spatz sitzt in der Regenrinne
und singt für seinen Schatz die schönste Minne.
Sich unter seinen Flügeln einzuseifen
und dabei fröhlich von den Dächern pfeifen,
das ist in seinem Sinne.

Auch ich mag in der Dusche singen
und dabei richtig große Töne schwingen.
Hier hallt der Schall von allen Wänden wider,
hier singe ich für Dich die längsten Lieder
von Liebe oder andren Dingen.

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Schade

Liebe Leserinnen und Leser.

Ab Freitag gilt in Deutschland die DSGVO, die allen Webseiten-Betreibern verschiedene Dinge vorschreibt, die aktuell leider mit einem kostenlosen WordPress-Blog nicht umsetzbar sind. Wenn Ihr diese Seite besucht, dann hinterlasst Ihr Spuren, und – wen wundert es – wenn Ihr auf diesen Seiten einen Kommentar abgebt, dann wird dieser Kommentar zusammen mit z.B. Eurer E-Mail Adresse auf einem WordPress-Server gespeichert. Die Server, auf denen diese Daten gespeichert oder an die diese Daten – etwa für den integrierten und für mich nicht abschaltbaren Spam-Filter – gesendet werden, stehen nicht unbedingt in Deutschland oder in der EU und entsprechen daher nicht unbedingt den Anforderungen an den Datenschutz, der ab Freitag in Deutschland gefordert wird. Leider genügt es nun nicht, Euch einfach darauf hinzuweisen, ihr müsstet beim Kommentieren, Abonnieren, Liken etc. jedes Mal ein Häkchen setzen müssen/können, um auszudrücken, dass Ihr damit einverstanden seid. Ein solches Häkchen ist hier nicht enthalten, dazu bräuchte man ein sogenanntes Plug-In, was man aber in einem kostenlosen Blog nicht integrieren kann.
Wordpress bzw. die „Themes“ kommunizieren außerdem mit diversen Servern, die ich nicht alle heraussuchen werde, um mit ihnen einen Vertrag abzuschließen und Euch dann die Möglichkeit zu geben, die dort über Euch gespeicherten Daten von mir abzufragen oder deren Löschung von mir zu verlangen (jaja, sowas dürftet Ihr!).
Blogger, die mit ihren Seiten Geld verdienen, werden diese Mühen und Kosten auf sich nehmen müssen, ich werde das nicht tun, stattdessen geht dieses Blog noch am Donnerstag offline, sodass ab Freitag auch diejenigen, die aus fernen Länder bereits fleißig meine Datenschutz-Seite untersucht haben, in Leere laufen.

Also dann, macht’s jut!
Euer Wolfgang.

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Etüde 21.17

Mal was anderes. Bei Christiane habe ich die Mitmach-Einladung für so ein 10-Sätze-mit-3-Worten-Projekt gesehen und hatte Lust, mich daran zu beteiligen. Und das ist dabei herausgekommen:

Je länger er darüber nachdachte, was er an diesem sonnigen Frühlingstag wohl unternehmen könne, desto mehr verfestigte sich der Gedanke, die langweilige Auktion für heute aus seinem Terminkalender zu streichen. Wozu denn auch dabei zusehen, wie blasse Menschen versuchen, den Trödel zu versteigern, den niemand mehr gebrauchen kann, nur, um ihn hinter dicken Vorhängen vor dem Sonnenlicht zu verbergen und dort so lange verstauben zu lassen, bis er entsorgt oder unter den Erben aufgeteilt wird, die damit wiederum an der nächstbesten Auktion teilnehmen? Nein! Dann doch lieber ein Picknick am Stadtparksee, neben der großen Butterblumenwiese, wo er sich so gerne eine reife Pusteblume pflückt und dabei zusieht, wie die durch die Luft segelnden Samen langsam übers Wasser zu den Schwänen schweben. Ja, genau das wollte er machen. So packte er also die Decke in seinen Rucksack, die auf der Unterseite mit einer Folie beschichtet ist, damit man auf einer feuchten Wiese beim draufsitzen keinen nassen Hintern bekommt. Dazu noch zwei Plastikbecher (man kann ja nie wissen), einen Korkenzieher und die Flasche Rotwein, die schon seit einem halben Jahr im Regal liegt und auf die passende Gelegenheit wartet. Noch schnell den Käsehobel aus der Grabbelschublade gefischt, den jungen Gouda in handliche Scheiben zerlegt und in der Proviantdose verstaut, dann war er bereit. Nun konnte der Tag beginnen, der ruhig bis in den späten Abend dauern durfte.
Er trat aus der Tür und atmete tief ein.

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Wie gewonnen…

… so zerronnen?

Die Zeiger drehen sich, es läuft die Zeit,
kaum hat etwas begonnen,
schon macht in uns sich eine Frage breit:
„Was haben wir gewonnen?“

Gerade hat man alles noch gekonnt,
schon kommt man in die Jahre. –
Der Löwenzahn, noch gestern herrlich blond,
hat heute graue Haare.

Was immer eines Tages neu beginnt,
wenn es auch Freude spendet,
es ist schon bald vorbei und es verrinnt,
weil es ganz sicher endet.

Man sagt, es würde selbst das größte Glück
einen Moment nur dauern.
Dann gilt doch wohl auch für das Gegenstück,
dass wir nie lange trauern?

Doch gibt es eins, das sich nie ändern wird,
das wird für immer bleiben.
Du dachtest wohl (da hast Du Dich geirrt),
ich würde es jetzt schreiben…!

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Sturm

Sturm

Ein Sturm zieht auf, von Westen her,
er trifft die Bucht mit voller Wucht
und wütet übers Meer.

Wie bei dem Leuchtturm an der See
spuckt er die Gischt und schlägt und drischt
wo ich noch aufrecht steh‘.

Mein Posten scheint bereits verloren –
Er nimmt den Sand von meinem Strand,
verstopft mir meine Poren.

Der Regen fegt mit Peitschenhieben,
an rote Wangen will er langen,
die scheint er sehr zu lieben.

Die Tränen wischt er vom Gesicht,
für ihn nicht schwer: sie laufen quer,
er duldet Tropfen nicht.

Er hat schon manchen Baum gefällt
und sieht mich wanken, in Gedanken,
wenn Deine Hand mich hält.

Doch auch das Denken will er brechen,
das ist sein Plan, will als Orkan
mit tausend Nadeln stechen.

Er heult und brüllt, dass man ertaubt,
mit ganzer Kraft hat er‘s geschafft,
den Atem mir geraubt.

Genug! Jetzt kehr‘ ich ihm den Rücken.
Die Jacke nass, ach, weißt Du was,
jetzt kann er mich mal drücken.

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Aber

Immer wieder begegnet uns dieses Wort: „Aber“. Aber warum? Und wozu? Was will es uns sagen und was bedeutet es? Ok, man kann im Duden nachlesen, dass es verwendet wird, um einen Gegensatz oder eine Einschränkung auszudrücken. Oftmals wird damit eine positive mit einer negativen Aussage verknüpft, besonders deutlich bei „aber leider“, manchmal allerdings auch umgekehrt, wie etwa bei „aber immerhin“. „Ich würde gern, aber…“. Ein solcher Satz verbindet zwei Aussagen miteinander, die erste lautet in diesem Falle „Ich würde gern“. Das ist doch zunächst einmal positiv. Der hier ausgelassene, hintere Teil des Satzes beinhaltet die Aussage, dass dieses „ich“ das, was es gern tun würde, nicht tut, eventuell mit einer Begründung. Es ist natürlich schade, dass hier jemand nicht so kann, wie er (oder sie) möchte, doch der Grund dafür ist sicherlich ein guter, obwohl er zu einer Verneinung führt. Doch trotz der Negation beinhaltet die zweite Aussage ganz sicher eine Wahrheit, wodurch der ganze Satz bereits zwei Wahrheiten enthält, die mit besagtem Wort verknüpft werden. Genauso kann auch der erste Satzteil eine Verneinung enthalten, zu der aber gleichzeitig eine positive Aussage gilt: „Ich bin zwar nicht müde, aber ich gehe jetzt schlafen“. Man kann das Wörtchen „aber“ als eine Art logischen Operator auffassen, der verwendet wird, um Aussagen der Form „nicht A, aber B“ bzw. „A, aber nicht B“ zu bilden. Es spielt allerdings keine Rolle, ob im ersten Fall die Aussagen „nicht A“ und „B“ oder im zweiten Fall die Aussagen „A“ und „nicht B“ wahr sind; wenn wir davon ausgehen, dass die gesamte Aussage wahr ist, so müssen beide Teil-Aussagen (die eine vor und die andere hinter dem Operator „aber“), ob nun mit oder ohne Verneinung, wahr sein, was zu dem Schluss führt, dass „aber“ die gleiche logische Bedeutung hat wie „und“. Oder? – Na klar, anstatt „aber“ könnte man doch genauso gut „und trotzdem“ sagen. X, und trotzdem gilt gleichzeitig auch Y. X und Y eben. Isso. Du und ich. Punkt. Kein Aber.

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